Warum macht Cannabis hungrig?
Den Kühlschrank zum dritten Mal aufmachen und immer noch nichts finden? Den Heißhunger nach dem Cannabis-Konsum, oft ‘Munchies’ genannt, kennen Konsumenten seit Jahrzehnten. Die wissenschaftliche Erklärung dahinter ist allerdings erst in den letzten Jahren richtig greifbar geworden.
Die gute Nachricht: Sie sind nicht allein. Und es gibt eine erstaunlich interessante Erklärung dafür.
Das Wichtigste in Kürze
- THC in der Cannabisblüte ist der Hauptauslöser für den Hunger.
- THC kann die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn anschieben, wodurch Essen besonders genussvoll wirkt. Auch der Geruchssinn könnte über die CB1-Rezeptoren in der Nase geschärft werden.
- Indica-Sorten machen tendenziell hungriger als Sativa-Sorten, da sie weniger THCV enthalten.
- CBD-Produkte helfen manchen Konsumenten, den Heißhunger zu vermeiden.
- Bei Patienten mit Chemotherapie oder AIDS kann der appetitanregende Effekt von THC therapeutisch nützlich sein.
- Wie lange die Munchies anhalten, hängt von Stoffwechsel, Konsumform und Genetik ab.
Was hinter den Munchies steckt
Cannabis macht zwei Dinge gleichzeitig: Es lässt Essen besser schmecken und gaukelt dem Gehirn vor, dass Sie hungrig sind, selbst wenn Sie gerade gegessen haben. Verantwortlich ist Tetrahydrocannabinol, kurz THC, der wichtigste Wirkstoff in Cannabis und der Cannabinoid, der mit der appetitanregenden Wirkung am stärksten in Verbindung gebracht wird.
Forscher gehen davon aus, dass THC über das Endocannabinoid-System (ECS) wirkt, ein zelluläres Signalnetzwerk, das im Körper Funktionen wie Stimmung, Gedächtnis und Schlaf reguliert. THC bindet teilweise an den Cannabinoid-Rezeptor Typ 1 (CB1), der in unterschiedlichen Körperregionen sitzt, und reagiert dort jeweils etwas anders:
- Basalganglien: Die Freude am Essen wird größer.
- Limbisches Vorderhirn: Essen wirkt schmackhafter.
- Magen und Dünndarm: Das appetitanregende Hormon Ghrelin wird beeinflusst.
- Hypothalamus und Rautenhirn: Die Nahrungsaufnahme wird reguliert.
Warum schmeckt Essen mit Cannabis besser?
Selbst ohne Cannabis schüttet das Gehirn bei Lieblingsspeisen Dopamin aus, jenes ‘Glückshormon’, das uns ein gutes Gefühl gibt. Mit THC fällt dieser Dopamin-Schub stärker aus, was Aktivitäten, inklusive Essen, angenehmer wirken lässt. Spannend ist auch: THC scheint den Geruchssinn zu schärfen. Eine Studie aus 2014 zeigte, dass THC mit den CB1-Rezeptoren im Riechkolben der Nase interagiert. Das könnte erklären, warum Pizza in dem Moment unwiderstehlich riecht.
Indica oder Sativa: Was macht hungriger?
Da THC der Hauptgrund für den Heißhunger ist, können sowohl Indica- als auch Sativa-Sorten Hunger auslösen, schließlich enthalten beide THC. Je höher der THC-Gehalt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Munchies einsetzen.
Indica wirkt aber tendenziell stärker, weil sie wenig Tetrahydrocannabivarin (THCV) enthält, ein Cannabinoid mit gegenteiliger Wirkung. THCV gilt manchmal sogar als ‘Diät-Cannabis’. Sativa bringt dagegen mehr THCV mit, was dem Heißhunger entgegenwirken und gleichzeitig für Energie sorgen kann.
Was tun, wenn man die Munchies nicht will?
Cannabis genießen, ohne danach den Kühlschrank zu plündern? Der einfachste Weg führt über weniger THC. Achten Sie auf Produkte mit Mikrodosen oder wählen Sie Sorten mit niedrigem THC- und höherem Anteil anderer Cannabinoide, etwa Cannabidiol (CBD). CBD wirkt anders als THC und kann den Appetit über die CB1- und CB2-Rezeptoren eher dämpfen statt ankurbeln.
Wann sind Munchies hilfreich?
Patienten mit bestimmten Erkrankungen oder unter Behandlung leiden häufig unter Appetitverlust. Genau hier kann THC einen Vorteil bieten. Medizinisches Cannabis wird bei HIV-Patienten häufig eingesetzt, um den Appetit anzuregen, und kann auch bei Übelkeit und Appetitlosigkeit infolge einer Chemotherapie helfen.
Es gibt sogar ein synthetisches THC-Präparat namens Dronabinol, auch Marinol genannt, das von der US-amerikanischen FDA zur Appetitsteigerung bei AIDS-Patienten zugelassen ist. Eine Studie aus 2017 weist darauf hin, dass Cannabis auch Menschen mit Anorexie beim Essen unterstützen könnte.
Wie lange halten die Munchies an?
Die Dauer hängt von vielen Faktoren ab: Genetik, Stoffwechsel und vor allem die Konsumform. Beim Rauchen setzt der Effekt schnell ein, hält aber nur ein paar Stunden. Bei Edibles dauert es länger, bis es losgeht, dafür bleibt der Hunger oft deutlich länger bestehen.
Tipps gegen den Heißhunger
So gehen Sie mit dem Hunger auf Süßes oder Salziges um, ohne die Waage zu fürchten:
- Viel trinken. Aromatisiertes Wasser kann dem Gehirn das Sättigungsgefühl vorgaukeln.
- Sorte wechseln. Probieren Sie eine Sorte, die nicht für ihre appetitanregende Wirkung bekannt ist.
- Gesunde Snacks vorbereiten: Trockenfrüchte oder frisches Obst, Müsliriegel, Gemüsesticks mit Hummus. Apfel, Erdbeeren, Blaubeeren oder Trauben kurbeln den Hunger eher weiter an und sollten vermieden werden.
Fazit
Der Heißhunger nach dem Cannabis-Konsum lässt sich auf THC zurückführen, das den Appetit anschiebt und Essen besser schmecken und riechen lässt. Je höher der THC-Gehalt, desto wahrscheinlicher sind die Munchies. CBD wirkt entgegengesetzt und ist eine Option für alle, die Cannabis ohne Heißhunger genießen möchten. Im medizinischen Kontext können die Munchies allerdings ein echter Gewinn sein, besonders bei AIDS-Patienten oder während einer Chemotherapie.
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