Cannabis bei Nervenschmerzen: Was Anwender und Forschung berichten
In über 40 Ländern weltweit ist medizinisches Cannabis zugelassen, Thailand eingeschlossen. Im Gespräch mit Patientinnen und Patienten kommt das Thema Schmerzbegleitung regelmäßig zur Sprache.
Dieser Beitrag stellt Sorten vor, die im Zusammenhang mit Nervenschmerzen häufig erwähnt werden. Wichtig ist dabei der Hinweis: Eine ärztliche Beratung ersetzt dieser Text nicht. Wer eine medizinische Anwendung erwägt, sollte sich mit einer Fachperson abstimmen. In unseren Filialen stehen Hausärzte für eine Beratung und für die Ausstellung eines PT 33 Rezepts bereit.
Auf einen Blick
- Nervenschmerzen, fachlich Neuropathie, entstehen durch Schäden an Nervenenden und können sich als Brennen, Kribbeln oder stechender Schmerz äußern.
- Cannabinoide aus der Cannabispflanze interagieren mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System und werden in diesem Zusammenhang untersucht.
- In der medizinischen Literatur sowie in Erfahrungsberichten werden Sorten wie ACDC, Cannatonic und Blue Dream genannt.
- Mögliche Nebenwirkungen umfassen Schwindel, erhöhten Puls und Entzugssymptome bei längerer Anwendung.
- Eine ärztliche Beratung vor Beginn einer Therapie ist sinnvoll.
Was sind Nervenschmerzen und wie entstehen sie?
Neuropathie bezeichnet eine Schädigung im Nervensystem mit Symptomen wie Taubheit, Kribbeln und Schmerzempfinden, meist an Händen und Füßen.
Risikofaktoren sind unter anderem chronischer Alkoholkonsum, Diabetes und Vitaminmangel. Die Symptome treten teils schleichend, teils plötzlich auf und variieren in der Intensität. Typische Anzeichen.
- Stechender Schmerz
- Taubheit
- Berührungsempfindlichkeit
- Kribbeln oder Brennen
- Muskelschwäche und Bewegungseinschränkungen
Wie wird Cannabis im Zusammenhang mit Nervenschmerzen diskutiert?
Laut einer Übersichtsarbeit zeigen Studien Hinweise darauf, dass Cannabis im Zusammenhang mit Nervenschmerzen relevant sein kann. Cannabinoide interagieren mit dem Endocannabinoid-System (ECS), einem komplexen Regulationssystem, das unter anderem die Schmerzwahrnehmung beeinflusst. THC und weitere Cannabinoide wirken über CB1 und CB2 Rezeptoren und werden in diesem Kontext erforscht.
Acht Sorten, die Anwender bei Nervenschmerzen häufig nennen
Aus den vielen Genetiken stellen wir die acht Sorten vor, die im Kontext von Neuropathie immer wieder in Erfahrungsberichten auftauchen.
Der Name ist zwar suggestiv, geht aber nicht auf die Rockband zurück. ACDC steht für „Alternative Cannabinoid Dietary Cannabis”. Die Sorte ist ein Phänotyp einer Cannatonic-Genetik mit hohem CBD-Anteil und kaum spürbarer psychoaktiver Note. Anwender erwähnen sie häufig im Zusammenhang mit Schmerzempfinden, innerer Unruhe und epileptischen Symptomen, manche auch im Kontext begleitender Chemotherapien.
Blue Dream entstand aus der Kreuzung von Blueberry und Haze. Es handelt sich um eine Sativa dominante Hybride mit etwa 18 Prozent THC und geringem CBD-Gehalt. Anwender berichten von Erfahrungen im Zusammenhang mit chronischem Schmerzempfinden, innerer Unruhe und gedrückter Stimmung.
- Harlequin
Harlequin gilt als klassische CBD-betonte Sorte mit moderatem THC-Anteil. Anwender erwähnen sie häufig in Zusammenhängen wie Ruhe, milderem Schmerzempfinden und stabilerem Allgemeinbefinden. Wie bei jeder Sorte fallen Erfahrungen individuell aus.
- Jack Herer
Benannt nach dem bekannten Cannabis-Aktivisten Jack Herer. Eine klare, anregende Sorte, beliebt unter Anwendern aus kreativen Berufen. Anwender erwähnen sie unter anderem im Zusammenhang mit Migräne und muskulären Verspannungen.
- Cannatonic
Cannatonic stammt aus Resin Seeds in Spanien, gilt als ausgewogene Hybride aus 50 Prozent Indica und 50 Prozent Sativa und geht zurück auf Reina Madre und NYC Diesel. Beim High Times Cannabis Cup 2008 erhielt sie den dritten Platz in der Sativa Kategorie. Anwender berichten von Ruhe und einer milderen Wahrnehmung von Beschwerden. Wie bei jeder Sorte gehören Nebenwirkungen wie ein trockener Mund dazu.
- White Widow
Green House Seeds aus den Niederlanden gilt als erster Züchter der White Widow. Eine charakterstarke Sorte mit klarer Wirkung. Anwender berichten unter anderem im Zusammenhang mit muskulärer Anspannung und gedrückter Stimmung.
Headband bringt ein zitrisches Aroma mit einer harzigen Note mit. Anwender erwähnen die Sorte unter anderem im Kontext von Schlafproblemen, Konzentration und milderer Wahrnehmung körperlicher Beschwerden, beispielsweise bei Aufmerksamkeitsthemen.
- Sour Diesel
Sour Diesel überrascht mit einem markanten, harzigen Aromaprofil. Anwender berichten von einer wachen, klaren Charakteristik ohne ausgeprägte Schwere, was die Sorte für aktive Tage interessant macht. Häufig wird sie im Zusammenhang mit milderem Empfinden bei leichten Beschwerden erwähnt.
Mögliche Nebenwirkungen
Die Wirkung medizinischen Cannabis fällt individuell aus. Sie hängt von Toleranz, Allgemeinzustand und Vorerkrankungen ab. Eine Abstimmung mit einer fachkundigen Person ist sinnvoll, um Sorte und Dosierung passend zu wählen. Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem.
- Schwindel
- Verwirrung
- Übelkeit
- Erhöhter Puls
- Entzugssymptome
- Abhängigkeit (etwa 10 Prozent der Anwender)
Fazit
Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Cannabis im Zusammenhang mit Nervenschmerzen relevant sein kann. Anwender erwähnen besonders Sorten wie ACDC, Harlequin und Sour Diesel. Wer eine medizinische Anwendung in Betracht zieht, sollte sich mit einer Fachperson abstimmen. In unseren Filialen in Bangkok und auf Koh Samui stehen Hausärzte für eine persönliche Beratung und die Ausstellung eines PT 33 Rezepts bereit. Bringen Sie bitte einen gültigen Ausweis mit, eine kurze Sichtprüfung gehört zum Ablauf am Tresen.