Wie wirkt Cannabis auf das Gehirn?
Cannabis ist mittlerweile in vielen Lebensbereichen angekommen, und das Bild eines entspannten Abends mit einem Joint gehört in vielen Kontexten zum Alltag.
Warum wird Cannabis als bewusstseinsverändernde Pflanze bezeichnet? Im Folgenden sehen Sie, was beim Konsum im Gehirn geschieht.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das THC im Cannabis bindet an Rezeptoren in den Hirnregionen, die für das Gedächtnis zuständig sind. Daraus ergeben sich die Denkblockaden.
- Solange das Gehirn sich noch entwickelt, also etwa bis 25, reagiert es besonders empfindlich. Aufmerksamkeit und Lernen können darunter leiden.
- Wer schon als Jugendlicher regelmäßig konsumiert, kann später Defizite bei der Entscheidungsfindung zeigen.
- Bei Patienten, die Cannabis medizinisch nutzen, zeigen Studien teilweise eine bessere kognitive Leistung.
- Kurzfristig: ruhige Stimmung, Entspannung.
- Langfristig: Gedächtnislücken und nachlassende geistige Schärfe.
Ist Cannabis schlecht für das Gehirn?
Cannabis enthält zahlreiche Stoffe, die nützlich sein können, etwa Cannabidiol (CBD), das bei Anspannung und Schmerz unterstützen mag. Cannabis kann jedoch auch Denkprobleme verursachen, die exekutiven Funktionen stören und Tätigkeiten erschweren, die einen klaren Kopf erfordern, etwa Autofahren oder das Spielen eines Instruments. Der Grund: Tetrahydrocannabinol, kurz THC, ist die psychoaktive Hauptverbindung im Cannabis und bindet an Rezeptoren in den Gehirnregionen, die für das Gedächtnis zuständig sind. Dazu zählen Hippocampus, Amygdala und Großhirnrinde.
Was Cannabis mit einem jungen Gehirn macht
Cannabis kann die Gehirnentwicklung beeinflussen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Das Gehirn ist erst mit etwa 25 vollständig ausgereift, und THC kann in diese Entwicklung eingreifen. Konsum vor dem 18. Lebensjahr kann zu Defiziten in Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen führen. Solche Effekte können lange anhalten, in manchen Fällen bleiben sie bestehen. Jugendliche Konsumenten zeigen häufiger Schwierigkeiten in der Schule, weil das Erinnerungsvermögen leidet.
Eine Studie aus dem Jahr 2016 deutet darauf hin, dass THC in der Adoleszenz Struktur und Funktion des Gehirns langfristig verändern kann. Betroffen sind unter anderem die Bereiche, die Gewohnheiten, Routinen und Entscheidungen steuern. Aufschlussreich ist der Gegenbefund: eine andere Forschergruppe fand bei medizinischen Cannabispatienten das Gegenteil. Nach einigen Monaten Therapie schnitten sie in kognitiven Tests besser ab als zuvor.
Kurzfristige Effekte im Gehirn
Sobald THC im Gehirn ankommt, wirkt es vor allem auf die Bereiche, die mit Denken, Fühlen und Wahrnehmen zu tun haben. Die Erfahrung verläuft individuell. Wer hohe Dosen nimmt, landet eher auf der unangenehmen Seite. Häufige Kurzzeit-Effekte:
- Ruhe und Entspannung
- Gute Stimmung
- Veränderte Wahrnehmung
- Mehr Appetit
- Weniger Anspannung (laut Anwendern)
- Schmerzlinderung (bei manchen)
Bei zu hoher Dosierung können auch folgende Effekte auftreten:
- Denk- und Erinnerungsblockaden
- Schwierigkeiten beim Entscheiden und Problemlösen
- Eingeschränkte Koordination, verzögerte Reaktion
- Anspannung und Panik
- Halluzinationen
- Orientierungslosigkeit
Langzeitfolgen im Gehirn
Langzeitfolgen entwickeln sich schleichend. Wer täglich oder fast täglich konsumiert, baut sie über Wochen, Monate und Jahre auf. Die US-Behörde SAMHSA schätzt, dass etwa einer von zehn erwachsenen Konsumenten eine Cannabis-Konsumstörung entwickelt. Bei jenen, die als Jugendliche beginnen, ist es einer von sechs. Häufiger Konsum geht zudem mit einem höheren Risiko für andere Substanzen einher, Alkohol eingeschlossen. Wer über Jahre hochpotentes Cannabis raucht, wird in Studien häufiger mit Halluzinationen, Paranoia und psychischen Themen wie Depression, Anspannung und Schizophrenie in Verbindung gebracht. Weitere Langzeitfolgen können sein:
- Nachlassende kognitive Leistung
- Gedächtnislücken
- Steigende Toleranz
- Abhängigkeit
- Konzentrationsprobleme
- Einbußen beim IQ
Wer früh beginnt und lange konsumiert, hat es schwerer. Die Effekte müssen nicht vollständig reversibel sein, selbst nach Ende des Konsums.
Fazit
Cannabis hat eine therapeutische Seite, das Gehirn registriert den Konsum jedoch in jeder Dosierung, kurz- wie langfristig. Verantwortlich für die meisten Effekte ist das psychoaktive THC. Junge Menschen sind besonders verletzlich, da sich ihr Gehirn noch entwickelt. Kurzfristig wirkt Cannabis entspannend und stimmungshebend, in höheren Dosen kann es jedoch in Halluzinationen oder Orientierungslosigkeit kippen. Langfristig leiden bei dauerhaftem Konsum Gedächtnis, Konzentration und Denkleistung. Daraus folgt nicht, dass Cannabis ungeeignet wäre. Daraus folgt: konsumieren Sie bewusst. Wenn Sie sich in Bangkok oder auf Koh Samui aufhalten, schauen Sie bei Siam Green vorbei. Unser Team berät Sie persönlich zur passenden Sorte für den jeweiligen Anlass.