CBD (Cannabidiol): Wie es wirkt, was es kann, Nebenwirkungen und mehr
Worum es geht
Cannabidiol, kurz CBD, ist eine nicht-berauschende Verbindung in Cannabis. Weil sie nur sanft auf den Kopf wirkt, ist isoliertes CBD deutlich früher in der regulierten Wellness-Welt gelandet als der Rest der Pflanze. Diese offizielle Anerkennung von Sicherheit und Wirkung hat die Tür für eine ganze Produktwelt geöffnet. Hautcremes, Tinkturen für Wellness und Schlaf, Gummis, sogar Produkte für Hund und Katze. CBD gehört zu den am schnellsten wachsenden Wellness-Kategorien weltweit. Je mehr geforscht wird, desto klarer wird, was CBD im Körper anstellt. Nutzer berichten häufig, dass es bei Entzündungen, chronischen Schmerzen, Angstgefühlen und sogar Krampfanfällen helfen soll. Das wirft ein neues Licht auf das Endocannabinoid-System (ECS) und darauf, wie wichtig es ist, dieses System zu verstehen, nicht nur für deine Gesundheit, sondern für die kollektive körperliche und mentale Gesundheit. Dieser Artikel erzählt die Geschichte von CBD, zeigt mögliche Anwendungen und die Rolle, die es in der modernen Wellness- und Medizinwelt spielt.
CBD verstehen
CBD und THC sind die bekanntesten Cannabinoide. In Cannabis stecken aber Dutzende definierter Cannabinoide und mehrere hundert Terpene. Die Forschung läuft weiter und wir lernen jedes Jahr dazu. Jedes neue Land, das legalisiert, bringt uns ein Stück weiter.
In Asien gibt es medizinische Anwendungen von Cannabis seit mindestens 3000 v. Chr. Verboten war die Pflanze nur einen winzigen Bruchteil ihrer Geschichte, doch dieses Verbot hat Tausenden Gefängnisstrafen, Gewalt durch organisiertes Verbrechen und natürlich miese Produktqualität eingebracht, weil ein unregulierter Markt keine richtige medizinische oder kulturelle Forschung zulässt.
CBD ist in mehr Ländern legalisiert als THC und hat deshalb mehr wissenschaftliche Studien und mehr offizielles Nutzerfeedback hinter sich. Man könnte sagen, CBD ist die Brücke zwischen Prohibition und sauberer Forschung und Entwicklung an Cannabisprodukten. Mittlerweile gibt es online massig Infos, mit denen Verbraucher selbst recherchieren können, auch wenn die pharmazeutische Forschung noch Luft nach oben hat.
CBD wurde 1940 zum ersten Mal isoliert, vom amerikanischen Chemiker Roger Adams an der University of Illinois. In den 80ern hat der israelische Chemiker Raphael Mechoulam als Erster die Struktur von THC und CBD entschlüsselt und festgestellt, dass CBD möglicherweise bei Krampfanfällen und anderen Beschwerden helfen könnte. Weil aber Anfang der 70er der „War on Drugs” losging, kam diese Forschung nie offiziell in der globalen Wissenschaft an. Menschen, die davon hätten profitieren können, blieben jahrzehntelang ohne potenziell lebensverändernde Medizin.
Wie CBD im Körper wirkt
Genauer gesagt sind CBD und THC Phytocannabinoide. „Phyto” heißt auf Griechisch „Pflanze”, also Verbindungen aus Pflanzen. Endocannabinoide dagegen produziert dein Körper selbst, „endo” ist Griechisch für „innen” oder „enthaltend”. Der Begriff kommt daher, dass Phytocannabinoide, die nur in Cannabis vorkommen, mit dem Endocannabinoid-System (ECS) als Ganzem interagieren. Die Molekularstruktur von THC ähnelt unserem Glückshormon so stark, dass es dessen Wirkung nachahmen kann. CBD dagegen bremst den Abbau unserer eigenen Endocannabinoide und reguliert die Balance des THC, das wir uns zuführen.
Das ECS wurde 1992 entdeckt, von Raphael Mechoulam, landete aber trotz der erdrückenden Beweislage nie in medizinischen Lehrbüchern. Dabei ist das ECS ein extrem einflussreiches System, das in vielerlei Hinsicht andere wichtige Systeme steuert, etwa das Immun- oder das Herz-Kreislauf-System, weil das ECS Stimmung und „Homöostase” reguliert. Homöostase beschreibt den Selbstregulierungsprozess, mit dem ein Organismus seine inneren Funktionen mit der äußeren Umgebung in Einklang hält. Spannend: Das ECS ist 600 Millionen Jahre alt und existiert in allen Tieren außer Insekten, genau dafür. Beim Menschen läuft das über zwei verschiedene Cannabinoid-Rezeptor-Systeme, CB1 und CB2, die jeweils andere Körpersysteme ansprechen. Die Abbildung unten zeigt, wie viele Bereiche unseres Lebens auf eine funktionierende Homöostase angewiesen sind.
Anandamid ist das „Glücks”-Molekül. Wenn es an die Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn andockt, fühlst du dich ruhig und glücklich. Anandamid steckt übrigens auch in Schokolade und ist mitverantwortlich fürs Runner’s High. Das körpereigene Glückshormon Anandamid wird von einem Enzym namens Fettsäureamidhydrolase (FAAH) abgebaut. Das Interessante: CBD hemmt die Wirkung von FAAH, dein Körper kann sein natürliches Anandamid also länger nutzen. Diese Wirkung wird häufig mit einer stabileren Stimmung in Verbindung gebracht und könnte Ängste und Stress reduzieren. Genau das versuchen auch viele Medikamente gegen Ängste und Depressionen. Anekdotisch berichten Nutzer, dass CBD im Vergleich vielversprechende Ergebnisse liefert, mit minimalen Nebenwirkungen.
Beschwerden, bei denen CBD ins Spiel kommt
Die Vorteile von CBD wirken scheinbar grenzenlos, immer wieder kommen neue Erkenntnisse dazu, schließlich erforschen wir diese Verbindungen erst seit ein paar Jahrzehnten richtig. Was wir aber schon wissen, ist eine Menge. Von einfacher Schwellung oder gereizter Haut bis zur Behandlung von Parkinson, mit ordentlicher globaler Regulierung könnte CBD die öffentliche Gesundheit weltweit spürbar verändern. Es gibt jede Menge körperliche und mentale Beschwerden, bei denen Nutzer berichten, dass CBD helfen könnte. Hier ein grober Überblick über Zustände, bei denen CBD-Produkte unterstützen könnten.
Hautpflege
CBD-haltige Cremes und Balsame könnten bei Ekzemen, Schuppenflechte, blauen Flecken oder Insektenstichen helfen. Diese Produkte nutzen die Verbindung des ECS zum Immunsystem, denn Berichten zufolge beruhigt CBD das Immunsystem und kann so Entzündungen oder Schwellungen reduzieren und möglicherweise chronische oder akute Schmerzen lindern. Manche Cremes sind speziell für kosmetische Hautpflege gemacht, die entzündungshemmenden Eigenschaften passen ja auch in die Beauty-Welt, Anti-Aging-Creme zum Beispiel. Nebenbei kann die Anwendung deine Stimmung mitregulieren.
Neurologische Beschwerden
CBD und andere Cannabinoide werden auf ihr Potenzial untersucht, bei physiologischen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Epilepsie zu unterstützen. Vor allem bei Epilepsie waren die Ergebnisse vielversprechend genug, dass die FDA in den USA ein CBD-basiertes Epilepsie-Medikament zugelassen hat, das Berichten zufolge weniger Nebenwirkungen haben soll als einige pharmazeutische Konkurrenten.
Schlaflosigkeit
CBD kann Menschen mit chronischen Schmerzen, Ängsten oder allgemeiner Schlaflosigkeit beim Einschlafen helfen, weil sich der Körper insgesamt ausgeglichener und ruhiger anfühlen könnte. Guter Schlaf gehört zu den wichtigsten Bausteinen des Wohlbefindens. Wer mit Schlaf kämpft, erlebt mit CBD unterschiedliche Resultate, denn ein klassisches Beruhigungsmittel ist es nicht. Bessere Ergebnisse zeigen sich oft mit der Zeit, wenn man CBD regelmäßig zweimal täglich nimmt.
Angst und Stress
Angst und Stress gehören zu den häufigsten und am wenigsten behandelten psychischen Belastungen weltweit. Nutzer berichten häufig, dass CBD bei der Bewältigung von Ängsten und angstverwandten Störungen wie PTBS helfen könnte. Auch hier sind die Studien noch begrenzt, kleine Studien zeigen aber, dass sich PTBS-Symptome mit CBD über die Zeit verbessern.
Hoher Stress im Körper kann körperliche und physiologische Folgen haben. Dass CBD das Enzym hemmt, das unser natürliches Glückshormon abbaut, wird oft mit seiner stresslösenden Wirkung in Verbindung gebracht. Unser Körper könnte dadurch mit ausgeglicheneren positiven Botenstoffen arbeiten, und wir könnten uns insgesamt entspannter fühlen.
Mögliche Nebenwirkungen
Wichtig: Bei einer Minderheit gibt es Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit und Fieber. Wie bei jedem Mittel sind null Nebenwirkungen für 100% der Anwender quasi unmöglich. Zum Glück sind die Nebenwirkungen von CBD meist mild und gut erkennbar. Wenn du sie bemerkst, verträgt dein Stoffwechsel CBD vielleicht nicht so gut. Dann setz das Produkt am besten ab und schau, ob die Beschwerden verschwinden.
Was Ärzte über CBD sagen:
CBD-Produkte auswählen, anwenden und mitnehmen
Wie gesagt, CBD gibt es in vielen Formen. Am häufigsten findest du in Thailand Öle und Tinkturen, Balsame, Gummis und Drinks. Öle und Tinkturen sind meist für die tägliche Selbstanwendung gedacht, als Teil deiner Routine. Diese Formeln zielen oft auf bestimmte Beschwerden wie Schlaflosigkeit oder Epilepsie. Balsame und Massageöle tun der Haut gut und unterstützen eine ganzheitliche, bewusste Selbstfürsorge. Drinks und Gummis sprechen den allgemeinen Wellness-Aspekt an, sie schmecken gut und sind erfrischend, einige Nutzer berichten aber auch, dass sie Stress reduzieren und einen näher an die ideale Homöostase bringen könnten.
Ich finde es wichtig, dass Konsumenten Vertrauen in ihr eigenes Verständnis aufbauen, nicht nur in die aktuelle Wissenschaft, sondern in ihre eigenen körperlichen und mentalen Bedürfnisse. Je mehr du das tust, desto besser kannst du deine Lebensqualität nach deinen eigenen Regeln verbessern.
CBD wird schnell ein selbstverständlicher Teil im Wellness-Schrank des Durchschnittsmenschen. Trotz weltweit wachsender Akzeptanz gibt es immer noch Länder, die CBD nicht als nützlich für die öffentliche Gesundheit einstufen. Wenn du in Thailand bist, denk dran: Viele Nachbarländer verbieten CBD weiterhin, China und Indonesien zum Beispiel. Vor jeder Reise also lieber kurz checken, was du wohin mitnehmen darfst.
Fazit
CBD hat ein riesiges Potenzial, weiterhin vielen Menschen weltweit zu helfen, bei ernsten wie weniger ernsten Beschwerden. Vom allgemeinen Wohlbefinden bis zu seinem Potenzial bei Krampfanfällen hat CBD seinen Platz in moderner Medizin und Kultur. Unser Endocannabinoid-System zeigt uns, dass wir Homöostase durch den bewussten Einsatz von Cannabinoiden erreichen können. Trotz Jahrzehnten der Prohibition verbreitet sich dieser Pflanzenextrakt mit seinen vielen Anwendungen jetzt rund um den Globus und teilt seine Vorzüge.
Wie bei allem im Wellness-Bereich: selbst recherchieren, selbst testen, schauen wie du auf verschiedene Mittel bei verschiedenen Beschwerden reagierst. So viel lernen wie möglich, um die bestmögliche Gesundheit zu erreichen. Es kommen weitere Studien zu CBD und anderen Cannabinoiden, weil belastbare Daten noch begrenzt sind. Wer weiß, vielleicht gibt es noch viele Vorteile, von denen wir heute keine Ahnung haben.