Die Anatomie der Cannabispflanze

Von Siam Green · · Aktualisiert 13. Mai 2026
Anatomie der Cannabispflanze: Siam Green Cannabis Co

Die Cannabisblüte ist der bekannteste Bestandteil der Pflanze und steht im Mittelpunkt der Abgabe in lizenzierten Cannabis-Geschäften. Die Pflanze umfasst jedoch weitere Bestandteile, die im Anbau sowie für die Qualität der Endprodukte eine Rolle spielen.

Der vorliegende Beitrag stellt die anatomischen Strukturen der Cannabispflanze sachlich vor und erläutert ihre jeweilige Funktion.

Auf einen Blick

Die Bestandteile der Cannabispflanze

Blüte

Die Blüte ist der bekannteste Bestandteil. In ihr konzentrieren sich Cannabinoide und Terpene, die von Anwenderinnen und Anwendern mit unterschiedlichen therapeutischen Aspekten sowie der psychoaktiven Wirkung in Verbindung gebracht werden. Blüten entstehen ausschließlich an weiblichen Pflanzen und müssen vor der Verwendung sorgfältig getrocknet werden.

Cola

Als Cola wird eine dicht stehende Gruppe von Blüten an der Triebspitze bezeichnet. Die Haupt-Cola befindet sich in der Regel an der Pflanzenspitze und bringt die größten und dichtesten Blütenstände hervor. Sorgfältig handgeschnittene Blüten aus der Cola gelten als besonders hochwertig.

Stempel

Der Stempel beherbergt die reproduktiven Strukturen der Blüte. Die feinen Härchen, sogenannte Narben, erscheinen in der Jugendphase weiß und verändern ihre Farbe mit zunehmender Reife über Gelb und Orange bis hin zu Rotbraun. Die Aufgabe des Stempels besteht in der Aufnahme von Pollen.

Brakteen und Kelch

Brakteen und Kelch sind häufig unter den kleinen Blättern der Cola verborgen. Die Brakteen umschließen die reproduktiven Strukturen der weiblichen Pflanze und erscheinen als grüne, tropfenförmige Blätter mit harzhaltigen Drüsen, in denen die höchsten Cannabinoid-Konzentrationen vorliegen. Der Kelch bildet eine transparente Schicht um den Eierstock und ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Trichome

Trichome sind die kleinen, kristallartigen Drüsen, die einen Großteil der Blüte überziehen und die Pflanze in ihrer natürlichen Umgebung vor Fraßfeinden schützen. Sie enthalten den größten Teil der Cannabinoide und Terpene, die mit der wahrgenommenen Wirkung sowie möglichen gesundheitsbezogenen Aspekten in Verbindung gebracht werden. Haschisch beruht auf der Konzentration dieser Harze.

Nodium

Als Nodium wird die Stelle bezeichnet, an der ein Zweig aus dem Hauptstamm oder einem anderen Zweig hervorgeht. An manchen Nodien entwickeln sich Blüten und Fan Leaves. Hier zeigt sich auch das Geschlecht der Pflanze in Form sogenannter Pre-Flowers. Der Abstand zwischen den Nodien, die „Internodal Spacing”, gibt einen Hinweis auf den späteren Wuchs der Pflanze.

Stängel

Der Stängel verleiht der Pflanze Stabilität und übernimmt den Transport von Nährstoffen sowie Wasser. Er besteht aus einem kompakten Kern, umgeben von einer faserigen Außenschicht. Ein kräftiger Stängel deutet auf eine gesunde Pflanze mit gut entwickeltem Wurzelsystem hin. Anbauerinnen und Anbauer nutzen häufig Schnitttechniken an der Triebspitze, um die Verzweigung sowie die Anzahl der Blütenstände zu fördern.

Fan Leaves

Die Fan Leaves sind die großen, vielfingrigen Blätter, die in der Symbolik vieler Cannabis-Geschäfte erscheinen. Sie enthalten kaum Harz und übernehmen die Aufgabe der Lichtaufnahme. Jedes Blatt weist üblicherweise fünf einzelne Blättchen auf und dient der Photosynthese.

Sugar Leaves

Sugar Leaves sind kleinere Blätter, die direkt aus den Blüten heraus wachsen. Sie sind dicht mit cannabinoidreichen Trichomen besetzt, was ihnen eine zuckrige Optik verleiht. In der Weiterverarbeitung finden sie Verwendung in Extrakten sowie weiteren Cannabisprodukten.

Männliche und weibliche Cannabispflanzen

Cannabis ist eine zweihäusige Pflanze; männliche und weibliche Strukturen verteilen sich auf getrennte Pflanzen. Die in lizenzierten Geschäften abgegebene Blüte stammt ausschließlich von weiblichen Pflanzen. Die Geschlechtsbestimmung erfolgt anhand der Strukturen an den Nodien. Männliche Pflanzen bilden Pollensäcke aus; weibliche Pflanzen entwickeln Narben und Brakteen zur Pollenaufnahme. Die Unterschiede zeigen sich Wochen vor dem eigentlichen Beginn des Reproduktionszyklus in Form der sogenannten Pre-Flowers, üblicherweise ab der vierten Woche, und sind nach etwa sechs Wochen eindeutig erkennbar.

Da Cannabis vorrangig wegen seiner Blüten kultiviert wird, setzen Anbauerinnen und Anbauer auf samenfreie Pflanzen, sogenannte Sinsemilla. Hierfür ist zu verhindern, dass weibliche Pflanzen Pollen empfangen. Männliche und weibliche Pflanzen werden daher räumlich getrennt kultiviert, in manchen Anbauphasen werden männliche Exemplare gezielt aussortiert. Die weiblichen Pflanzen konzentrieren ihre Energie auf die Blütenbildung anstelle der Samenproduktion.

Schlussbemerkung

Die Cannabispflanze umfasst eine Reihe unterschiedlicher Strukturen, darunter Fan Leaves, Sugar Leaves, Cola, Trichome, Brakteen und Kelch. Die abgegebene Blüte stammt aus weiblicher Kultivierung. Jeder Bestandteil trägt zur Entwicklung der Pflanze sowie zur Qualität des Endprodukts bei, einschließlich des Profils an Cannabinoiden und Terpenen, das mit den von Anwenderinnen und Anwendern berichteten Eindrücken in Zusammenhang gebracht wird.

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