4 wichtigste staatlich zugelassene Cannabissorten in Thailand
Seit Thailand die Cannabisgesetze gelockert hat, geht es richtig voran. Tourismus, medizinische Forschung, neue Chancen für lokale Bauern. Die thailändische FDA hat inzwischen vier Sorten landesweit zugelassen und sie dem Medical Plant Research Institute übergeben, das unter dem Department of Medical Sciences läuft.
Bevor es losgeht: hier kommt eine kleine Tour durch das Top-Shelf-Cannabis, das im feuchten Klima Thailands wächst.
Das Wichtigste in Kürze
- Cannabis hat drei Hauptsorten: Sativa, Indica und Ruderalis.
- Sativa liebt Sonne, wächst hoch, hat dünne Stängel und einen hohen THC-Gehalt. Mehr Energie, mehr Antrieb.
- Indica hat mehr CBD als THC. Entspannung und Ruhe.
- Ruderalis produziert nur winzige Mengen THC und CBD.
- Thailand ist warm, fast das ganze Jahr. Perfekt für Cannabis.
- Vier staatlich zugelassene Sorten wachsen hier: Hang Suea Sakon Nakhon (TT1), Tanaosri Kankhao (WA1), Hang Kra Rog Phu Phan (ST1) und Tanaosri Kan Daeng (RD1).
Die wichtigsten Cannabis-Sorten
Sativa
Die Sativa-Sorte wurde 1753 vom schwedischen Botaniker Carl Linnaeus erstmals beschrieben. Der Name kommt aus dem Lateinischen. Sativa fühlt sich in heißem, feuchtem Klima wohl. Mexiko, Kolumbien, Thailand. Typische Merkmale: hoch wachsende Pflanzen, dünne Stängel, lange, fingerartige Blätter. Bis zu 3 bis 6 Meter Höhe, dafür reift sie langsamer als andere Sorten. Wenig CBD, viel THC. Eher etwas für tagsüber, weil sie ein energiegeladenes Gefühl auslösen kann, Antrieb gibt, Konzentration unterstützt und bei manchen Stress lösen kann.
Indica
Die Indica-Sorte wurde 1785 vom französischen Militärbiologen Jean-Baptiste Lamarck entdeckt. Heimisch in Afghanistan, Indien, Pakistan und der Türkei, wo das Klima trocken und rau ist. Daher die kurzen Stämme und die dicken, breiten Blätter. Sie wächst und reift schneller als Sativa und enthält meist viel CBD, wenig THC. Anwender berichten oft, dass Indica den Appetit anregen und Beschwerden wie Schmerzen oder Übelkeit lindern kann. Am besten abends oder nachts, weil die beruhigende Wirkung beliebt ist bei Leuten, die von einer möglichen Linderung bei Schlaflosigkeit berichten.
Ruderalis
Ruderalis bedeutet auf Lateinisch Schutt. Der russische Botaniker D.E. Janischewsky beschrieb sie 1924 zum ersten Mal. Wächst in den Wäldern Sibiriens und in Teilen des Himalaya. Heute auch im mittleren Russland, Osteuropa und Nahen Osten zu finden. Sie ist weniger bekannt als ihre Geschwister, weil das kalte Klima und das wenige Sonnenlicht ihren Wirkstoffgehalt drücken. Die Pflanze wird selten höher als 30 Zentimeter. Sie produziert mehr CBD als THC, aber von beidem so wenig, dass eine spürbare Wirkung kaum drin ist. Züchter mischen sie deshalb gerne mit anderen Sorten, um schnell wachsende Pflanzen zu bekommen.
Kurz zum thailändischen Klima: Warum ist das hier ein Paradies für Cannabis?
Thailand hat das ganze Jahr angenehme Temperaturen, meistens zwischen 25°C und 35°C (ungefähr 77°F bis 95°F). Es wird selten kälter als 20°C, also kann hier ganzjährig angebaut werden. Das ist einer der Gründe, warum Thailand für viele Cannabis-Sorten so gut funktioniert. Nicht nur Wärme, auch Regen gehört dazu, vor allem in der Monsunzeit von Juni bis Oktober. Die Feuchtigkeit kann für manche Sorten eine Herausforderung sein.
4 nationale Erbe-Sorten in Thailand
Die vier staatlich zugelassenen thailändischen Sorten lassen sich nach drei charakteristischen Merkmalen sortieren:
Merkmal 1: Sorten mit hohem THC-Gehalt
Hang Suea Sakon Nakhon (TT1)
Hang Suea Sakon Nakhon wächst überall in Thailand, besonders im Norden und in der Provinz Sakon Nakhon. Bekannt für robustes Wachstum und ordentlich Power durch hohen THC-Gehalt. Diese thailändische Landrasse liebt das tropische Klima, deshalb ist sie für den Outdoor-Anbau extrem gefragt. Die Blütenstände sind lang und erinnern an ein Steuerruder. Der Geruch: deutlich nach Orangenschale, mit einer leicht scharfen Note.
Tanaosri Kankhao (WA1)
Tanaosri Kankhao wächst im Tanaosri-Gebirge, der Fortsetzung des Thanon-Thong-Chai-Gebirges, das die Grenze zwischen Thailand und Myanmar bildet. Ähnlich wie Hang Suea Sakon Nakhon (TT1) liefert WA1 viel THC. Aroma: Orangenschale, dazu Zitronengras. Weniger scharf in der Nase.
Merkmal 2: Sorten mit ausgeglichenem THC- und CBD-Gehalt
Hang Kra Rog Phu Phan (ST1)
Hang Kra Rog Phu Phan, auch bekannt als Phu Phan Thai Stick, kommt aus dem Phu-Phan-Gebirge in den Provinzen Sakon Nakhon und Kalasin. Die großen, buschigen Blütenstände sehen aus wie ein Eichhörnchenschwanz, daher der thailändische Name Hang Kra Rog. Aroma: reife Mango, keine scharfe Note.
Merkmal 3: Sorten mit hohem CBD-Gehalt
Tanaosri Kan Daeng (RD1)
Tanaosri Kan Daeng wächst genau dort, wo der Name andeutet: im Tanaosri-Gebirge und im Thanon-Thongchai-Gebirge, also im selben Gebiet wie Tanaosri Kankhao. Die Blütenstände sitzen dicht gedrängt am Ende der Zweige. Auffallend ist die rote Farbe der Zweigstiele. Der Duft erinnert an reife Früchte, süß und ohne scharfe Note.
Fazit
Cannabis hat drei Hauptsorten. Sativa mit viel THC. Indica mit viel CBD. Und Ruderalis, die weniger bekannte Verwandte, die nur kleine Mengen von beidem produziert. Thailand mit seinem warmen, feuchten Klima passt gut zum Anbau, und seit der Gesetzesänderung wird hier viel mehr geforscht und probiert. Die thailändische Regierung hat vier nationale Erbe-Sorten offiziell registriert: Hang Suea Sakon Nakhon (TT1), Tanaosri Kankhao (WA1), Hang Kra Rog Phu Phan (ST1) und Tanaosri Kan Daeng (RD1).